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      • Patrick Spinner
      • Vivian Hösch
    17.05.2012
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    Peterstaler / Patrick Spinner
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    Peterstaler Mineralquellen GmbH
    Renchtalstraße 36
    77740 Bad Peterstal

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    Der Traum von Olympia

    Patrick Spinner gehört zu den Top-Zehnkämpfern in Deutschland. Im weltweiten Vergleich belegt er aktuell Rang 20. Sein Ziel: Olympia 2012 in London. Jetzt nutzte der 25-jährige Oppenauer die Baden-Württembergischen Leichtathletik-Meisterschaften in Oberkirch für einen Form-Test. 

    Der Gegenwind wird stärker. Blätter wirbeln umher. Am Himmel rücken die dunklen Wolken immer dichter zusammen. Herbstwetter, mitten im Frühling.

    Die Kampfrichterin im weißen Pullover hebt die Hand. "Noch nicht. Erst auf mein Zeichen." Dann lässt der Wind nach. "Jetzt!" Patrick Spinner nimmt Anlauf. Im hohen Bogen segelt der Speer über den Platz. Bei 61,73 Metern durchbohrt das 800 Gramm schwere Wurfgerät den weichen Boden. Sein bester Wurf - zumindest heute.

    Mit dem Ergebnis bleibt der Top-Zehnkämpfer aus Oppenau zwar hinter seiner persönlichen Bestmarke zurück, ist aber dennoch nicht unzufrieden. "Bei dem Wind ist halt nicht mehr drin", so der 25-Jährige. Am Ende reicht das Ergebnis für einen Platz auf dem Treppchen.

    Der zweite Wettkampftag der Baden-Württembergischen Leichtathletik-Meisterschaften beginnt für Patrick Spinner an diesem verregneten Sonntag um 11 Uhr. In neongrüner Trainingsjacke dreht der 25-Jährige unter dem wachsamen Auge von Trainer Gilbert Joner die ersten Runden auf dem Rasen des Vorbereitungsplatzes. Muskulatur aufwärmen. Lockern. Dehnen. In dieser Phase darf der neongrüne iPod nicht fehlen. Techno und House-Musik von Kalkbrenner, Tiesto und Co. läuft darauf in einer Endlos-Schleife. "Eigentlich höre ich immer das Gleiche. Ich habe ein paar Songs, die mich richtig motivieren", sagt der Oppenauer.

    Während die meisten Athleten an diesem Wochenende um Titel und Qualifikationen kämpfen, nutzt Spinner die Meisterschaften für einen Form-Test. Erste Disziplin sind an diesem Tag die 110 Meter Hürden. Die "Angstdisziplin", wie Spinner sie nennt. "Vor kurzem bin ich an einer Hürde hängen geblieben. Der Zehnkampf war danach gelaufen. Seitdem habe ich eine Kopfblockade", so der 25-Jährige. Das soll sich heute ändern.

    Mittlerweile ist es halb eins. Beginn der Vorläufe. Patrick Spinner erreicht das Ziel in einer Zeit von 15,53 Sekunden. "Das könnte für's Finale reichen", mutmaßt Trainer Joner. "Mir wäre es wichtig, dass Patrick zweimal läuft. Denn unter Wettkampfbedingungen setzt man zusätzliches Adrenalin frei – das ist ein ideales Training", so der 63-Jährige. Rund zwölf Minuten dauert es, dann werden die Finalisten bekannt gegeben. Joner behält Recht. Im Finale kommt Spinner allerdings aus dem Tritt, stoppt, und bricht ab. "Das war wohl nichts", sagt er genervt. Doch Trainer Joner bleibt optimistisch: "Das wird schon."

    Zwar liegen Spinner die Hürden nicht besonders, dafür aber umso mehr der Weitsprung. Das konnte er am Vortag mit einem zweiten Platz einmal mehr unter Beweis stellen. "Aber so ist das im Zehnkampf. Man muss alle Disziplinen hinbekommen", sagt er. Und genau darin liegt die Besonderheit des Zehnkampfs, der aus den Einzeldisziplinen 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung, 400 Meter, 110 Meter Hürden, Diskus, Stabhochsprung, Speer und 1500 Meter besteht. Da den Athleten in den sehr unterschiedlichen Disziplinen große Vielseitigkeit und Ausdauer abverlangt wird, gilt der Zehnkampf als Königsdisziplin der Leichtathletik.

    Warum sich Spinner für den Zehnkampf entschieden hat? "Es ist die Athleten-Familie", sagt der Oppenauer. "Es gibt etwa 20 Top-Zehnkämpfer in Deutschland. Da kennt man sich, hilft sich. Das schweißt zusammen." Mit aktuell 7818 Punkten zählt Spinner bundesweit zu den fünf besten Zehnkämpfern.

    Doch er will mehr. Anvisiertes Ziel sind die Olympischen Spiele in London 2012. 8.000 Punkte sind die Qualifikationsnorm. "Das ist auf jeden Fall machbar", zeigt sich Spinner optimistisch. Auch Gilbert Joner glaubt an den 25-Jährigen: "Patrick ist bissig und hochmotiviert. Er kann das schaffen." Neben seinem Vollzeitjob als Polizei-Sportlehrer trainiert der Zehnkämpfer wöchentlich 20 bis 22 Stunden. Hinzu kommen zahlreiche Wettkämpfe an den Wochenenden. So wie heute in Oberkirch.



    Mittlerweile ist es später Nachmittag. Der zweite Wettkampftag neigt sich dem Ende zu. Zufrieden blicken Martin Bitsch, erster Vorsitzender des TV Oberkirch und Philipp Krämer, Präsident des von Peterstaler gesponserten Badischen Leichtathletik-Verbandes, auf die "sehr gelungene Veranstaltung" zurück.

    Patrick Spinner dreht unterdessen seine letzten Runden auf dem Rasen des Stadions. Auslaufen. Abschalten. Sachen packen. Dann hat auch er Feierabend. Für Heute. Am nächsten Tag beginnt eine neue Woche mit Vollzeitjob, Training und Wettkampfplanung. Alles für den großen Traum: Olympia.

    Ihre Ansprechpartnerin

    Rebekka Teich
    Online-Redakteurin

    Telefon: 07806 987-145
    info(at)peterstaler.de

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